Ackerbohnen striegeln
- Christoph Spellerberg
- 18. Mai 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Mai 2025


Striegeln von Ackerbohnen: Mechanische Unkrautregulierung als nachhaltige Alternative im konventionellen Anbau
Im konventionellen Ackerbau steht der effiziente Pflanzenschutz oft im Fokus – jedoch steigt gleichzeitig das Interesse an alternativen, umweltschonenderen Methoden, um den Einsatz von chemischen Mitteln zu reduzieren. Eine bewährte mechanische Maßnahme ist das Striegeln, das sich auch im Anbau von Ackerbohnen (Vicia faba) zunehmend etabliert.
Was ist Striegeln?
Beim Striegeln werden dünne, flexible Zinken über die Bodenoberfläche geführt, die Unkräuter im Keimblattstadium mechanisch ausreißen oder verschütten, während die Kulturpflanze – in diesem Fall die Ackerbohne – aufgrund ihrer stabileren Entwicklung weitgehend geschont wird. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Idealerweise erfolgt das Striegeln in den frühen Entwicklungsstadien der Beikräuter und möglichst bei trockenen Bodenverhältnissen.
Ackerbohne – eine robuste Kultur für mechanische Pflege
Die Ackerbohne eignet sich besonders gut für mechanische Unkrautregulierung, da sie:
schnell wächst und eine kräftige Jugendentwicklung zeigt,
relativ tief wurzelt und somit weniger empfindlich gegenüber leichten Bodenbewegungen ist,
und einen weiten Reihenabstand ermöglicht, was auch den späteren Einsatz anderer mechanischer Geräte (z. B. Hacke) erlaubt.
Diese Eigenschaften machen die Kultur zu einem idealen Kandidaten für den reduzierten oder sogar komplett chemiefreien Pflanzenschutz in der frühen Wachstumsphase.
Vorteile des Striegelns im konventionellen Anbau
Reduktion chemischer Herbizide: Durch frühzeitiges und konsequentes Striegeln kann der Bedarf an chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln deutlich gesenkt werden – in manchen Fällen ganz entfallen.
Boden- und Umweltfreundlichkeit: Der Verzicht auf chemische Mittel schont das Bodenleben und reduziert mögliche Rückstände im Boden und im Grundwasser.
Kostenersparnis: Weniger Pflanzenschutzmittel bedeuten auch niedrigere Betriebsmittelkosten. Zudem ist die Technik mit geringem Energieeinsatz durchführbar.
Resistenzvermeidung: Der mechanische Eingriff wirkt physikalisch und trägt somit nicht zur Ausbildung von Herbizidresistenzen bei.
Akzeptanzsteigerung: Der sichtbare Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz wird gesellschaftlich zunehmend positiv wahrgenommen – ein Imagevorteil für Betriebe, die Nachhaltigkeit glaubhaft umsetzen.
Fazit
Das Striegeln von Ackerbohnen bietet auch auf konventionell bewirtschafteten Flächen eine effiziente, kostengünstige und umweltfreundliche Möglichkeit, die Unkrautkontrolle zu optimieren und gleichzeitig den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu reduzieren. In Kombination mit einer angepassten Fruchtfolge und weiteren mechanischen Maßnahmen lässt sich der Weg hin zu einem nachhaltigeren Pflanzenbau schrittweise und wirtschaftlich tragfähig gestalten


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